Zur Startseite (Home) Informatik - Forschung
Dipl. Kfm. W. Salhöfer

Systemtheoretische Grundlagen:

Ein System S besteht aus einer Kollektion von Objekten O und einer Relationenmenge zwischen diesen, so dass gilt :
S = (O, R). Die Objekte können auch Teilsysteme, Komponenten oder Elemente sein. Charakterisiert sind sie durch bestimmte Attribute. Verallgemeinern lässt sich dies durch das Konzept der Kategorien. [ Lang-S-1984 , S. 26 ff ]

In der modernen Soziologie wird der Begriff System zur Analyse der Wechselwirkungen des aufeinander bezogenen, interdependenten Handelns mehrerer Individuen, Gruppen, Organisationen oder Gesellschaften verwendet. Seine Struktur erhält das System durch seine Elemente, ein gewisses Maß an Integration und Geschlossenheit sowie eine es von anderen Systemen, der Umwelt, abhebende, das System kontituierende Grenze. Das System selbst ist Teil eines übergeordneten Systems, das die Umwelt für dieses System darstellt. Die äußerste Umwelt aber ist durch offene Horizonte und nicht durch überschreitbare Grenzen bestimmt, also kein System. Die Beziehungen zu anderen Systemen und zwischen den Systemmitgliedern unterliegen einer gewissen Ordnung, Kontinuität und Regelmäßigkeit.[ Hartfiel-Hillmann-1982 , S. 747 ]  [ Luhmann-N-2001 , S. 36 ]

Nach Luhmann können sich Systeme in gleichartige (segmentäre Differenzierung) oder ungleichartige (funktionale Differenzierung) gemäß der Form der Bildung von Subsystemen unterteilen. Hierdurch entsteht einerseits zusätzliche Komplexität des Gesamtsystems. Andererseits ist ein derart weiter ausdifferenziertes System somit in der Lage emergente Eigenschaften zu entwickeln, die zu einer besseren Leistungsfähigkeit führen können.

Die Zweckorientierung in sozialen Systemen dient der Reduktion von Komplexität, durch die das System in einer veränderlichen und komplexen Umwelt handlungsfähig wird. Durch die Selektion von Möglichkeiten der äußeren Weltkomplexität (Kontingenz) wird diejenige Innen/Außen-Differenz geschaffen, ohne die ein Handelnnicht möglich wäre. Diese Reduktion der äußeren Komplexität wird durch Sinn gesteuert. Durch eine einmal getroffene Sinnentscheidung über Selektions- und Entscheidungsprozesse, die gegenüber einer komplexen, sich permanent ändernden Umwelt durchgehalten wird, bildet sich das System. Innerhalb der Systemgrenzen arbeitet das System autonom. .[ Hartfiel-Hillmann-1982 , S. 748 ] 
 

webmaster@salhoefer.org

19.05.2019 12:05